Nössekoog

Der Nössekoog liegt im Südosten der Insel Sylt.

Zur Namensgebung: Nösi (fries.) = "Vorsprung"

„Die südlichen Marschflächen der Halbinsel Nösse wurden immer wieder durch Sturmfluten überschwemmt. Da dies häufig auch in den Sommermonaten geschah, waren die landwirtschaftlichen Erträge unsicher und meist gering. Bei schweren Fluten kam es zu Verlusten und sogar zur Gefährdung einiger Häuser. Zum Schutz dieses Gebietes und als Teil eines nationalsozialistischen Arbeitsbeschaffungs- und Landgewinnungsprogramms (Lohse-Plan) wurde 1936 mit der Eindeichung des Nössekooges begonnen. Die Sturmfluten vom Oktober gleichen Jahres verursachten zwar einige Schäden, dennoch konnte der Deich bis zum September 1937 hochwasserfrei ausgebaut werden. Die Besiedelung und Bewirtschaf-tung des neu gewonnenen Landes kam jedoch nicht recht voran. Stark zersplitterte Eigentumsverhältnisse, geringe Erfahrungen mit landwirtschaftlichen Betrieben und die Hinwendung zu anderen Einkommensquellen (z.B. dem Fremdenverkehr) waren die hemmenden Faktoren. Schon 1936 wurde eine fast 600 ha große Fläche – das Rantum-Becken – künstlich aufgestaut und als Seeflughafen benutzt. Nach dem Krieg entstand hier eines der größten und mit über 50 Brutvogelarten artenreichsten Seevogelschutzgebiete an der deutschen Küste. 1962 wurde es zum Naturschutzgebiet und danach auch zum Europareservat erklärt.“

Bedeichungsjahr: 1937

Größe: 1780 ha

Deichlänge: rund 13,1 km

Literatur:

Kunz, Harry/ Panten, Albert: Die Köge Nordfrieslands (2. durchgesehene und aktualisierte Aufl.), Bräist/ Bredstedt 1997, S. 11.